OSTERGEDICHTE

 

 

Der Osterhase ist in Not:

Die für ihn legt’, die Henn’ ist tot!

Der Bauer machte sie zur Suppe,
die Eier war’n ihm völlig schnuppe!

Er liebt die Tiere heiß und fettig,

eventuell garniert mit Rettich.

Wohl wusste er auch ohne Frag’
nichts von dem häslichen Vertrag.

 

Nun steht der Osterhas’ im Regen,
denn welches Huhn sollt’ für ihn legen?
Ganz blitzschnell muss er sich entscheiden,
um Osterausfall zu vermeiden.
Drum gibt’s statt Kochei, bunt und scheckig,
‘mal rundgefleckt und manchmal eckig
dies Jahr nur die aus Schokolade.
Man fragt sich: „Ist das denn so schade?!“

 

 

 

 

 

 

 

Gleich hinterm Wald am Wiesenrain,
wird heute Hasentreffen sein.
Nicht irgendeins versteht sich wohl,
es geht nicht um Spinat und Kohl,
um Möhren oder Feldsalat,
nein, man hält Osterhasenrat.

 

Da gibt es viel zu tun und schaffen,
organisieren, reden, raffen.
Die Hennen muss man informieren,
das Eierfärben dirigieren,
da geht’s ums Einteilen der Boten
vom Südpol bis zu den Lofoten.

 

Sie sind spät dran in diesem Jahr,
denn es ist längst schon Februar,
und im April ist Ostern dann.
„Auf geht es, Jungs, wir müssen ‘ran!“
sagt einer, der es wissen muss,
„mit Diskutieren ist jetzt Schluss!

 

Drauf hoppeln sie in jede Richtung
hinweg von ihrer Hasenlichtung,
und gehen rasch an ihre Pflicht,
denn Osterhasen zaudern nicht!

Sie bringen, niemand kann’s verhindern,

die Ostereier zu den Kindern.

 

 

 

 

 

Ein Hase sitzt am Waldesrand.
Mir ist, als sei er mir bekannt.
Wann hab ich ihn schon ’mal getroffen?
Die Frage bleibt zunächst noch offen!

 

Stattdessen frage ich mich doch:

„Wer sitzt daneben eig’ntlich noch?
Das sieht doch aus so wie ein Huhn.

Was hab’n die beiden da zu tun?

 

Sie haben vieles zu beraten,
wie sie es schon seit Jahren taten,
denn Ostern eilt nun flugs herbei,
da braucht der Hase jedes Ei,

um es mit Farbe bunt zu schmücken
und seine Kiepe zu bestücken.
So hoppelt er von Haus zu Haus
und legt die Eier wieder aus,

zur Freude vieler, vieler Kinder
- und die Erwachsenen freut’s nicht minder!-
Nun ist mir klar, dass ich sie kenne,
den Osterhas’, die Osterhenne!

 

Ulrike Unger

Die Inselglocke Baltrum 1 - 2004