Rede von Hermann C. Helms, stellvertretender Vorsitzer der DGzRS 
anlässlich der Einweihung des Rettungsschuppens auf Baltrum, 17. März 1999 

Es gilt das gesprochene Wort! .............................

 

 

"Meine sehr geehrten Damen und Herren, 
auch Seeleute brauchen gelegentlich festen Boden unter den Füßen und ein ebenso festes Dach über dem Kopf. Insofern freue ich mich, Sie heute zur Einweihung unseres neuen Rettungsschuppens hier auf der Station Baltrum der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger sehr herzlich begrüßen zu können. 
Wir befinden uns hier auf einer Station, die zu den ältesten im deutschen Seenotrettungswesen überhaupt zählt. 1862 wurde sie durch den "Verein zur 
Rettung Schiffbrüchiger in Ostfriesland" ins Leben gerufen, somit bereits drei Jahre vor Gründung der DGzRS. Vorausgegangen waren entsprechende Initiativen des Oberzollinspektors Georg Breusing und seiner Mitstreiter in Emden. 
1868 schloß sich der ostfriesische Rettungsverein der DGzRS an, 1879 wurde das alte Ruderrettungsboot durch eine neue Einheit auf Baltrum abgelöst. 
1884 kam ein neues 7,5 Meter langes Boot auf diese Station, das den Namen GEORG BREUSING trug. Es schloß sich eine recht wechselvolle Geschichte an, die zunächst 1949 mit der Auflösung der Station ihr Ende fand. 
Die Wiederaufnahme der Arbeit erfolgte 1972 mit der Stationierung des Seenotrettungsbootes TAMINA, betreut und gefahren von einer reinen Freiwilligen-Crew. Die TAMINA wiederum ist 1994 durch das größere und leistungsfähigere Rettungsboot mit dem treffenden Namen BALTRUM ersetzt worden. An die Taufe der BALTRUM vor nunmehr fünf Jahren erinnern wir uns ausgesprochen gern. 
Soweit mein kurzer Rückblick in die Geschichte dieser Station. In zahlreichen Einsätzen haben sich Mensch und Technik immer wieder bewährt. Eine weitere Grundlage für die erfolgreiche Arbeit ist aber auch eine entsprechende Landanbindung, die durch den neuen Rettungsschuppen gewährleistet ist. Damit können wir nach einer rund sechsmonatigen Bauzeit das Provisorium in Form eines Containers abhaken. Der neue Rettungsschuppen bietet unserer Besatzung u.a. Raum für Zusammenkünfte, ausreichend Platz für Ausrüstungen und Ersatzteile sowie angemessene Sanitär-Einrichtungen. 
Der heutige Tag der offiziellen Inbetriebnahme ist zugleich eine gute Gelegenheit, verschiedenen Institutionen, die zum Gelingen dieses Bauwerks beigetragen haben, herzlich zu danken. Diesen Dank richte ich zunächst an die beteiligten Architekten, Baufirmen und Gewerke. Ich glaube, dass es hier gelungen ist, ein Gebäude zu errichten, das sich harmonisch in die Umgebung und die inseltypische Landschaft einpaßt.

Ich danke ferner der Gemeinde und den Verwaltungen, die in dieses Objekt involviert waren. Mein Dank gilt schließlich aber auch unserem Vormann, Herrn Rainer Olchers, und seiner Besatzung für die bislang geleistete Arbeit hier auf der Station. Ich bin sicher, daß die umfangreichen Aufgaben in Zukunft noch effektiver bewältigt werden können. 
Und zu guter Letzt wollen wir nicht vergessen, wer dies alles erst ermöglicht, sprich: finanziert hat. Auch im Namen der Station Baltrum dankt das Rettungswerk allen Spendern und Förderern, die mit ihren Zuwendungen dazu beigetragen haben, daß diese Maßnahme realisiert werden konnte. 
Ihnen allen danke ich für Ihre Aufmerksamkeit und kann Sie nur ermutigen, sich im Anschluss an die Reden bei einem Gang durch die Räumlichkeiten selbst einen Eindruck von unserem neuen Domizil hier auf Baltrum zu verschaffen." 

Hermann C. Helms 

Die Inselglocke 1-1999