Verzauberter Strand

Flirrendes Sonnenlicht, das die Weite des weißen Strandes in glitzernde Unwirklichkeit taucht, nimmt mich voller Staunen auf. Hinter blassen, verwischten Konturen ist die Grenze zum Meer nur noch zu ahnen.

Stille, tiefe Stille, die den ganzen Raum für sich beansprucht, liegt wie ein schützendes Dach über allem.

Im Gefühl von Losgelöstsein durchschreite ich fast ein wenig orientierungslos die sonst so vertraute Einsamkeit, den Sand unter den Füßen kaum spürend.

Ich lasse mich treiben, verliere jedes Zeitgefühl und alle störenden Gedanken werden klein - immer kleiner - bedeutungslos.

Lange zögert das Auge, Gestalten, die sich in der Ferne wie Ausrufungszeichen abheben, wahrzunehmen.

Vorbeifliegende Möwen tun dann das ihre und durchbrechen schreiend und streitend den Zauber der Stunde.

Die Gegenwart hat mich wieder.

Das Erleben von etwas ganz Besonderem aber, von friedevoller Leichtigkeit, begleitet mich bis nach Hause.

Eva Heeren

 

Die Inselglocke Baltrum 2-2003