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Die Rettungsmannschaft der DGzRS Baltrum 1899 bis 1937

Einem erhalten gebliebenen Logbuch der Baltrumer Rettungsstation können wir einige Informationen über die Mannschaft entnehmen. Zusammen mit dem Ortssippenbuch ergeben sich interessante Einblicke.

Das damalige Ruderrettungsboot war mit sechs bis acht Ruderern, einem Vormann und einem Schlagmann besetzt. Es war sicherlich nicht einfach, aus der kleinen Einwohnerschaft der Insel Baltrum eine solche Mannschaft aufzustellen und stets einsatzbereit zu halten. Viele der Rettungsmänner waren Seeleute und deshalb nicht immer auf dem Eiland.

Edde Peters war ab 1898 Vormann. Er wurde 1855 geboren, heiratete 1880 und als Berufsangabe ist im Sippenbuch "Altschiffer" vermerkt. Nach Durchsicht der Einsatz- und Übungsberichte stellen wir fest, dass er dort 1915 letztmalig erwähnt wird, er starb im Jahre 1920.

Sein Sohn, Peter Edden Peters, geboren 1887, war Rettungsmann von 1907 bis 1916 und Vormann bis 1922. Er blieb unverheiratet. Sein Beruf ist dem Sippenbuch nicht zu entnehmen, aber auch er wird Seemann gewesen sein.

Der Seefahrer Johannes Peters war von 1907 bis 1916 Seenotretter und in den Jahren 1915/16 Vormann. Er lebte von 1862 bis 1922.

1937 trat sein Sohn, der Schiffer Johannes (1912 bis 1964), auf dem Rettungsboot seinen ehrenamtlichen Dienst an. Dessen Sohn Gerhard war später einige Jahre Rettungsmann auf der "Tamina".

Auch die Familie Eilts ist dem Rettungswerk bis heute sehr verbunden.
Albert Janssen Cassen Eilts war Vormann auf dem Ruderrettungsboot, nachdem der erste Baltrumer Vormann Hinrich Oltmanns im Jahre 1877 zwischen Elbe und Weser den Seemannstod erlitt. Kapitän Oltmanns war Mitbegründer der hiesigen Rettungsstation. Den neuen Vormann ereilte als Schiffsknecht im Jahre 1898 bei einem Bootsunfall auf dem Fährschiff des Eigners H.J. Küper vor ein ähnliches Schicksal. Sein Nachfolger auf dem Rettungsboot wurde Edde Edden Peters.

Sein Sohn Cassen Albert Eilts, geboren 1869, war nachweislich von 1899 bis 1922 in der Mannschaftsliste eingetragen. Von Beruf war er Schuster, also einer der wenigen Retter, der beruflich nicht mit der Seefahrt verbunden war. Er starb unverheiratet im Jahre 1957.

Der Kapitän, Hotelbesitzer und Postagent Cassen Eilts sen., geboren 1853, wird erstmalig ab 1899 als freiwilliger Rettungsmann bekannt. Gleichzeitig war er eine sehr lange Zeit Vorsteher des Ortsausschusses.

Die Ehrenpflicht zur Rettung Schiffbrüchiger ging auf seinen Sohn Cassen Eilts, der ebenfalls Postagent und Hotelbesitzer war, über. Er war von 1906 in der Mannschaft, mit der Einberufung im Jahre 1916 in den Kriegsdienst war seine Arbeit für die Rettungsgesellschaft unterbrochen. Als Sanitätssoldat war er gut ausgebildet und somit ein wichtiges Mannschaftsmitglied. Im Ortsausschuss war er ab 1918 tätig. Erlebte von 1886 bis 1958.

Auch sein Sohn Cassen Eilts (geb. 1920) betätigte sich für die Rettungsgesellschaft. Viele Jahre war er erster Mann im hiesigen Ortsausschuss und gleichzeitig auch zuständig für die Sammelschiffchen und Werbeveranstaltungen. Ihm wurde 1990 die Silberne Ehrennadel der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger verliehen.

Der Wasserbauer Hinrich Eilts (geb. 1919) gehörte ab 1937 zur Rettungsmannschaft. Er war gleichzeitig Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

Wird fortgesetzt.

Heino Comien
Die Inselglocke 3-2001