Hoppel-Eiland

 

Kurze Piste für kleine Flieger


Am Dienstag, den 11. Juni 2002 kurz vor 16.00 Uhr Ortszeit, landete Herr Talle in seiner Tätigkeit als Flugbetriebsprüfer der Bezirksregierung Oldenburg, auf unserem schönen Inselflugplatz. Nach sorgfältiger Überprüfung der ausgeführten Pflaster-und Erdarbeiten an der Start- und Landepiste konnte er mit diesem Tag die Inbetriebnahme erteilen.

Kurze Zeit später landete der Mitbegründer der Betreiberfirma des Fluplatzes, der Baltrum Flug GmbH, Werner Gaiser als erster Pilot auf der neuen Piste, begrüßt vom Geschäftsführer der Firma Olaf Klün, und Baltrums Bürgermeister Günter Tjards. Nur wenige Zuschauer wussten um dieses Ereignis. Es folgten einige Starts und Landungen, und danach begaben sich die beiden Baltrumer Piloten ins "Airport Hotel" Fresena.


Nach einer Planungphase von ca. 25 Jahren kann man nun von einer gelungene "Geburt" sprechen. Werner Gaiser, der die Entwicklung von Anfang an begleitete, war sichtlich gerührt, diesen Augenblick erleben zu dürfen. Und als Krönung gab es für ihn die erste Landung!

Die Piste ist 360 Meter lang und 15 Meter breit. Es wurden ca. 770 Pakete Verbundsteinpflaster mit einer Stärke von zehn Zentimetern verbaut. Die reine Bauzeit betrug fünf Arbeitswochen. Der Flugbetrieb konnte nach acht Wochen wieder aufgenommen werden.
Sollte die Piste einmal unterspült werden, lassen sich auftretende Schäden durch die Betonpflastersteine leicht beheben.
Es dürfen einmotorige Flugzeuge bis 1400 kg und die Typen Cessna 206 und 207 (1600 und 1700 kg), sowie Ultraleichtflugzeuge und Motorsegler, und Hubschrauber bis 5,7 Tonnen hier landen.
Bisher durften Flugzeuge bis zwei Tonnen und auch Zweimotorige auf Baltrum starten und landen und Hubschrauber bis 5,7 Tonnen. Die Gewichtsangaben beziehen sich immer auf das maximale Abfluggewicht MTOW.
In den Monaten Juni bis August gibt es eine Beschränkung der Flugbewegungen.

Die Bausumme wurde getragen durch Europamittel, Fördermittel des Landkreises Aurich und der Betreiberfirma Baltrum Flug GmbH & CO KG.

Der Baubeginn war seinerzeit um eine Woche verzögert worden, da ein paar wenige Baltrumer Bürger über einen Mittelsmann versucht hatten, ein letztes Mal die Pflasterung zu unterbinden. Der Landkreis hatte die Einwände geprüft und diese für unzureichend erklärt. Leider haben sich diese Bürger nie zu einer sachlichen Diskusion einladen lassen, da sie unerkannt bleiben wollten. Der größte Gegner der Flugplatzpflasterung, die Reederei Baltum Linie, hat auch im letzen Augenblick nichts unversucht gelassen - und dennoch alle Materialien befördert.


Das Luftfahrtunternehmen LFH Lufverkehr Friesland beabsichtigt nun die ganzjährige Stationierung eines Flugzeuges. Die Graspiste war bislang mindestens von Oktober bis März eines jeden Jahres und nach starken Regenfällen bzw. nach Sturmfluten unbenutzbar. Durch die Pflasterung gibt es nunmehr nur Einschränkungen durch Sturm oder Nebel. Neben der Fährverbindung ist somit eine zusätzliche Möglichkeit geschaffen, ganzjährig die Insel auch auf dem Luftweg zu erreichen, oder diese zu verlassen. Eine Konkurenz zur Schiffsvebindung wird der Luftweg dennoch kaum werden.

Der Spitzname für Baltrum –„Hoppel Eiland“- wird nur eine Erinnerung bleiben.

Zwar nur eine kurze Piste für den kleinen Flieger, aber ein Riesen-Zugewinn für die Zukunft unserer Insel.

Und: der Sonderlandeplatz auf Baltrum feiert in diesem Jahr sein dreißigjähriges Bestehen!


Olaf Klün
Geschäftsführer und Berufspilot

Die Inselglocke Baltrum 3-2002