Baltrum im Internet 1998

Albufeira 

Wenn man im Internet unter „Baltrum" sucht, wird man inzwischen schnell fündig. Die Gemeinde und Kurverwaltung stellt sich mit ihrem Baltrum-Katalog vor (http://www.baltrum.de), die Baltrumfreunde sind vertreten (http://www.baltrumfreunde.de) und einige Baltrumer Pensionen, Ferienwohnungen, Geschäfte usw. haben ihre Seiten eröffnet. Man findet auch mal etwas Interessantes (?) wie z.B. die Liste abgestürzter Phantoms (Baltrum 1996), Liste der gestrandeten Wale (Baltrum 1994), Liste der Rettungsboote in Nord- und Ostsee, Listen von Spielern irgendwelcher Spielchen ;-) , Schwarze Flecken im Wattenmeer (Baltrum 1996), Sedimentforschungen, und so weiter. Aber man findet auch: ALBUFEIRA. Und das ist vielleicht wirklich interessant, da steht nämlich: 

Albufeira 

Albufeira ist eine Ortschaft, in die man sich auf den ersten Blick verlieben muss. Menschen aller Altersgruppen fühlen sich in Albufeira zu Hause: pensionierte Ehepaare genauso, wie energiegeladene Teenagers oder Familien mit kleinen Kindern. 

Die Stadt besteht aus einem alten und neuen Tel, die nahtlos ineinander verschmelzen. Albufeira und seine Umgebung gehören zu den touristisch am weitesten entwickelten Gebiete Portugals, weshalb sich hier Leute von überall her wohl fühlen, da ihnen an nichts fehlt. 

Albufeira wurde vor über 2000 Jahren als kleine Befestigungsstadt von den Römern gegründet und mit dem Namen „BALTRUM" versehen. Acht Jahrhunderte später eroberten die Mauren das kleine Städtchen und gaben ihm einen neuen Namen: „Al-Buhera". Die Mauren bauten einen großen Hafen auf und betrieben mit Nordafrika regen Handel. 

1250 gelang es den Rittern von Santiago, wieder vom Städtchen Besitz zu ergreifen und es nach der Herrschaft der Mohammedaner zu re-christianisieren. Die Handelsverbindungen zu Nordafrika konnten sie trotzdem noch Hunderte von Jahren aufrecht erhalten. 

Albufeira wurde von schlimmen Erdbeben heimgesucht in den Jahren 1719, 1722 und am schlimmsten im Jahre 1755, wo gleichzeitig schwere Wasserfluten die Gegend überschwemmten. 1833 wurde Albufeira während eines portugiesischen Bürgerkrieges zuerst lange belagert und dann in Schutt und Asche gelegt. Das Glück kehrte erst mit den Touristen wieder in Albufeira ein, die in den späten 70er Jahren im zwanzigsten Jahrhundert das Städtchen entdeckten und zu lieben begannen. 

Der alte Charme ist noch heute zu spüren im Labyrinth der schmalen Gassen, denen sich entlang die weißgewaschenen Häuser, Appartements, Cafés und Geschäfte ziehen. Es gibt nichts Idyllischeres, als auf dem großen Platz im Stadtzentrum mit Freunden etwas zu trinken und das Treiben der Stadt zu beobachten. Albufeira lebte jahrelang von der Fischerei und vom Handel und noch heute leben viele Familien vom Fischfang. Dieser Umstand verleiht dem Städtchen einen besonderen Reiz, entführt die Touristen in eine Welt voll emsigen Treibens. Zum Meer ist es nicht weit: Direkt neben dem Informationsbüro führt ein Tunnel am Ende der Fußgängerzonen direkt zum Hauptstrand der Stadt. 

Einen anderen Abschnitt dieses langen Strandes kann man genauso leicht vom anderen Ende des Platzes erreichen. Dieser Strand ist bekannt als Fischersstrand. Diesen Strand teilen die Fischer mit den Sonnenanbetern, ohne dass die arbeitenden Männer sich - beschäftigt mit ihren Fischernetzen - von den Badenden gestört fühlten." 

(http://www.portugal.ch/albufeir.htm - also in der Schweiz veröffentlicht - bis 2001)

Das Gleiche ist (bebildert) auf Englisch unter http:www.nexus-pt.com/albufeira.htm zu betrachten. 

Zufall oder nicht? Vielleicht weiß ja jemand, was „Al-Buhera" bedeutet oder „Albufeira"? 

Auf jeden Fall ist es eine hübsche Geschichte und vielleicht ergibt sich etwas noch Interessanteres daraus. 

Sabine Hinrichs 
Die Inselglocke, 1998

Anm. d. Red im Jahr 2000: Bei nochmaligen Recherchen hat sich herausgestellt, dass es sich um einen Rechtschreibfehler handelt: Der Ort hieß Baltum, nicht Baltrum!