Freut euch des Nordens

Baltrumer Gitarrengruppe zu Gast beim NDR

Fernsehen ist gar nicht so einfach. Das Zuschauen zu Hause auf dem Sofa oder im gemütlichen Sessel  sicherlich, aber wie eine Sendung zustande kommt und bis sie so weit ist, dass der Zuschauer sie auch genießen kann, das dauert, das kann ich Ihnen sagen.

Wir können auch ein Lied davon singen.

Also wir, die Baltrumer Gitarrengruppe, sollten einen Auftritt im 3. Programm bekommen, bei der Sendung „Freut euch des Nordens“. Wir waren begeistert!!!

Nun begann das Planen und Überlegen, wie wir nach Hamburg kommen und überhaupt, wer von uns allen mitfahren kann, denn der Termin für die Aufnahme lag mitten in der Insulanerurlaubszeit 14. November 2001. Zugverbindungen wurden herausgesucht, Hotels ausfindig gemacht und sogar ein Theaterbesuch wurde geplant. (Wenn wir schon mal in der Großstadt sind, muss das sein.) Na, langer Rede kurzer Sinn: Wir gingen auf die Reise, kamen gut in Hamburg an, fanden uns zurecht und fuhren am nächsten Morgen mit der S-Bahn zu den Aufnahmestudios.

Wir fanden nach einigem Suchen auch das Gebäude, wo wir um elf Uhr sein sollten. Entweder wir hatten uns verhört oder ??, so gegen zwölf Uhr kamen einige Herrschaften, die uns in die Umkleideräume brachten, mit der Bitte uns umzuziehen und sofort in die Maske zu kommen. Das gab erst mal ein großes Gelächter, aber wir warteten brav, bis eine nach der anderen an die Reihe kam. Im Schminkraum waren fünf Personen beschäftigt. Als wir fertig waren, begann das große WARTEN auf die einzelnen Anweisungen. Zuerst eine Begrüßung und eine sogenannte „kalte Probe“ im eigentlichen Aufnahmeraum. Jeder Schritt wird vorgegeben, damit bei der Sendung auch keiner danebenläuft. Danach WARTEN und dann die „technische Probe“,  WARTEN, dann „Durchlauf Folge 1“ (alle Mitwirkenden in Kostüm und Maske),  WARTEN,  dann „Durchlauf Folge 2“, WARTEN. In der Zwischenzeit, es war nun schon fast Abend, gab es einen kleinen Imbiss.

Wir waren nun schon einige Zeit auf dem Gelände, hatten jedoch noch keine Ahnung, wie viele Darsteller an dieser Sendung teilnahmen, obwohl wir ja das Programm gelesen hatten. Wer da etwa dachte, er würde mit den schon länger im Fernsehen bekannten Persönlichkeiten Kontakt bekommen, der irrte sich gewaltig. Jede Gruppierung hatte ihren eigenen Warteraum.

Geplant waren die Aufnahmen für zwei Sendungen, für den 6.August und den 26. November 2002. Wir waren mit je einem Lied dabei, ohne selbst die Auswahl treffen zu dürfen. Die Fernsehleute wissen immer genau, was sie wollen.

Nach dem Imbiss wurde das Publikum in die Gaststube „Lüder`s Krug“ gebeten, und dann ging es richtig los. WARTEN, bis unser zuständiger Begleiter kam und uns um Beeilung bat. In langer Reihe standen wir hinter den Kulissen, wurden in aller Eile von den verschiedenen Maskenbildnern nochmals abgepudert, dann kam das Stichwort und nun hinein und gesungen. Bei uns klappte es gut, wie sollte es auch anders sein, doch unsere Vorgänger versprachen sich einige Male, sodass wir bestimmt vier mal den Anlauf zum Auftritt nahmen und jedes Mal wieder zurück mussten. Für die zweite Sendung durften wir noch ein wenig WARTEN, aber auch diese Zeit verging, und unser Auftritt kam. Danach, Sie ahnen es sicher schon,  WARTEN, bis alles kontrolliert wurde, ob die Aufnahmen nicht am Ende doch noch wiederholt werden mussten.

Es war ein guter Abschluss, ca. 22.10 Uhr. Wir packten unsere Siebensachen, machten uns auf den Weg zur S- Bahn, fuhren zum Hotel und ließen den Abend fröhlich ausklingen. Mit was fragen Sie? Natürlich mit Gesang, jeder durfte sich ein Lied wünschen. Ein Abschlussbild auf der Hoteltreppe und ab in die Betten. Nun wissen wir es genau,

FERSEHEN IST GAR NICHT SO EINFACH,  ABER WIR SIND DRIN! HURRA!

Bärbel Nannen

Die Inselglocke 4-2002

 

Foto Nannen