Summ summ summ

Königinnen für Baltrum

Am Mittwoch, den 17. Juli 2002 sind neue Bienenköniginnen in die Dünen nach Baltrum gekommen – nicht geflogen, sondern in geordneten Bahnen über Wasser mit der Baltrum-Fähre und weiter mit dem Pferdefuhrwerk.

Der Landesverband Niedersächsischer Buckfast-Imker betreibt auf der Insel im zweiten Versuchsjahr eine Belegstelle. Es soll untersucht werden, ob sich die Bienen dort genetisch rein züchten lassen, um dann für die Zukunft eine Belegstelle für die Zucht der Buckfast-Biene auszuweisen. Die Königinnen kommen aus ganz Deutschland und auch aus Holland und verbleiben für drei Wochen auf der Insel zum Hochzeitsflug, dann werden sie wieder ausgetauscht. Das Celler Bieneninstitut betreut in diesem Jahr die zwölf Drohnenvölker auf Baltrum weiter im Osten der Insel.

Die Inseln sind so ideal für die Bienenzucht, weil die Begattung der Königinnen von genetisch einwandfreien Drohnen gewährleistet ist. Sie fliegen nicht über Wasser und so können andere Rassen ihnen nicht in die Quere kommen. Auf Langeoog und Norderney werden Carnica-Bienen gezüchtet, auf Spiekeroog die Bienen vom Stamme Triseck Hoffmann. Die Buckfastzucht wird noch auf einer Boddeninsel in Mecklenburg-Vorpommern und auf Langeness betrieben. Die gelbgestreifte Biene wurde von dem gebürtigen Allgäuer Adam Kehrle als Klosterbruder Adam im Benediktinerkloster Buckfast in England gezüchtet und findet ihre Liebhaber in ganz Europa. Zuchtziel sind neben wirtschaftlichen Aspekten Sanftmut und Schwarmträgheit. Tatsächlich brauchen die Imker beim Öffnen der Bienenkästen kaum Schutz – „Stecher“ gebe es unter ihnen nicht. Dies verrieten die Inselbetreuer des Ostfriesischen Buckfast-Zuchtrings Hinrich Veenekamp und Gerd Murra. Sie haben die rund 300 Königinnen mit ihren Völkern zur Insel begleitet, die Bienenkästen abgeladen und in einem Dünental aufgestellt, und sie besuchen sie dort auch regelmäßig. Die Stellen sind mit Hinweisschildern gekennzeichnet.

Im Buckfast-Report 1/2002 haben die Imker kräftig die Werbetrommel für die Insel Baltrum gerührt und festgestellt: „Baltrum ist eine Reise wert“. Es heßt dort unter anderem: „Baltrum muss doch tatsächlich die Ferieninsel aller stressgeplagten Imker sein. Wie anders kann man sich erklären, dass wir so viele Imker auf Baltrum 2001 antrafen. Diese wiederum waren so erstaunt über die großen Dadantkästen mit ihren überquellenden Bienenvölkern, dass man den Eindruck als Beobachter gewann: ‚Diese Imker hatten wohl solche Völker in ihrem Leben noch nie gesehen.’ Was sie noch mehr verblüffte, war, dass diese Völker gänzlich ohne Schutzanzug und Rauch geöffnet und bearbeitet wurden.“ (Günter Behrens, Buckfast-Report, S.11). Im Report sind außerdem die Beschickungsmodalitäten und -termine 2002 aufgeführt (www.buckfast-report.de).

Die Inselglocke 4-2002

Foto Hinrichs:

Inselbetreuer Hinrich Veenekamp und Gerd Murra sowie Dipl.-Ing. Günther Klecker vom Landesverband der Buckfastimker Weser-Ems e.V. haben Buckfastköniginnen in ein Dünental auf Baltrum gebracht.