Bummert               

Vom Zollhaus zum Inselmuseum

Es ist ja bekannt, dass der Heimatverein Baltrum e.V. das Alte Zollhaus zum Inselmuseum umbauen wird. Vor einiger Zeit haben wir Vorstandsmitglieder uns unter fachkundiger Führung durch unser Mitglied Baumeister Reno Harms das Haus genau angesehen. Auf dem Dachboden sind wir angefangen. Der Dachstuhl und die aufgelegten Ziegel sind noch in gutem Zustand. Der Dachboden wird später als Ausstellungs- und Vorführraum genutzt. Eine gute Dachisolierung ist unumgänglich. Die Firma Wiegla, deren Besitzer langjähriger Baltrumgast ist, hat eine große Menge dieses Materials samt dem Transport bis Norddeich gespendet. Die alte Bauweise des Dachstuhls soll für die künftigen Besucher sichtbar bleiben. Auch Teile des Hahnenbalkens (Spitzboden) sollen möglichst erkennbar bleiben. Die jetzigen, schräg angeordneten Stützen werden abgebaut und durch senkrecht stehende Hölzer ersetzt. Dadurch wird die Nutzfläche erheblich erweitert.

Der jetzige Dielenbelag wird vollständig entfernt und durch stabile Dielen ersetzt. Diese Dielen stellen für die darunterliegenden Räumen die Decke dar. Im Dachbodenbereich wird auf diesen Belag Isoliermaterial aufgebracht und als letztes Fußbodendielen genagelt. Dieser Raum wird beheizbar gemacht. Alle notwendigen Versorgungsleitungen werden dort hinein geführt. Über eine breite Treppe wird der Besucher aus der Eingangshalle, dem früheren Stall auf der Westseite des Hauses, den Dachboden erreichen. Diese Halle wird auch für Ausstellungszwecke genutzt und umfasst dann einen kleinen Tresen. Sanitärräume werden im Treppenbereich angesiedelt.

Die westliche Giebelwand muss vollständig abgetragen und als Verblendmauerwerk errichtet werden. Wie bereits in früherer Zeit soll es in dieser Giebelwand eine Haustür bekommen. Die soll dann der Haupteingang werden. Das Gebäude war zwischen 1850 und 1855 als Doppelwohnhaus, in Ostfriesland als Bummert bezeichnet, für zwei Zöllner gebaut worden. Die vorhanden Fenster werden durch neue ersetzt. Alte Fotos sind dafür die Grundlage.

Soweit Außenmauern stehen bleiben können, ist der Einzug einer Innenwand mit Isolierschicht notwendig. Die Fundamente sind an einigen Stellen freigelegt, sie liegen im trockenen Dünensand. In den beiden großen Räume soll dann den Gästen das Insulanerleben um 1850 vor Augen geführt werden.

Die ersten Arbeiten werden aus den dafür angesammelten Rücklagen finanziert. Staatliche Zuschüsse sind in Aussicht gestellt, jedoch noch nicht bewilligt.

Bislang hat es schon beachtliche Spenden gegeben. Eine große Zuwendung ist verbindlich zugesagt. Wir brauchen jedoch noch viele Spenden. Das Finanzamt hat uns im Wege der alle drei Jahre stattfindenden Prüfung wiederum die Gemeinnützigkeit zuerkannt und uns als besonders förderungswürdig eingestuft.

Letztlich ist uns der Gedanke gekommen, Bausteine anzubieten. Wer seinen Namen dort auf alle Zeiten genannt wissen möchte, kann dieses durch eine entsprechende Gabe machen.

Wir hoffen, dass unser Werk alsbald vollendet werden kann und wir Sie bald in unserem Inselmuseum begrüßen dürfen.

Heino Comien

Die Inselglocke Baltrum 5-2001