Nimmersatt

 

 

2003 - das Jahr der Schmetterlinge?

 

Fast könnte man es glauben, denn so viele Schmetterlinge, wie in diesem Jahr die Insel bevölkern, habe ich selten auf Baltrum gesehen. Es mag vielleicht ein wenig mit dem allgemeinen Naturschutz- und Umweltbewusstsein zusammenhängen.

Wie lautet doch der Spruch so treffend? "Diejenigen, die am eifrigsten Raupen bekämpfen, beklagen am meisten, dass es keine Schmetterlinge mehr gibt."

Ein wenig Wildwuchs im Garten - Brennnesseln, Schafgarbe, Disteln und andere Wildpflanzen sind reines Schmetterlingsfutter. Jeder Falter hat natürlich seine eigene Lieblings- bzw. Wirtspflanze. Admiral, Pfauenauge, kleiner Fuchs, Distel- und Perlmutterfalter, Braundickkopf und diverse verschiedene Bläulinge erfreuen das Auge des aufmerksamen Betrachters.

Beginnt man erst mit dem näheren Beobachten, so kommt man nicht mehr davon los. Jeden Tag wird wieder ein Falter gesichtet, der für das Auge unbekannt ist. So beginnt erneut das Blättern im Bestimmungsbuch. Es gibt viele ähnliche Falter, und nicht alle lassen sich so gut fotografieren, dass man sie anhand des Fotos bestimmen könnte.

Sogar die Eulenfalter und Schwärmer, die erst in der Abenddämmerung und nachts ausfliegen, lassen mich nicht in Ruhe. Das rote Ordensband ist auch im Dunkeln in seiner Farbzusammenstellung faszinierend. Mein Interesse geht nicht unbedingt ins Wissenschaftliche, es ist nur die Freude an der Natur und wenn man bedenkt, welche weiten Strecken die kleinen Flatterlinge zurücklegen ist das schon eine beachtliche Leistung. Manche überwintern bei uns oder in etwas wärmeren Ländern und wieder andere haben nur ein kurzes Jahr. In der kalten Jahreszeit wird in Kirchen oder größeren Hallen bei plötzlicher Wärmezufuhr meist das Pfauenauge aus dem Winterschlaf aufgeschreckt. Die Raupen der Schmetterlinge werden nicht so gut und natürlich auch nicht so gern gesehen, denn die der Kohlweißlinge und der Zitronenfalter fressen die ganzen Blätter der Kapuzinerkresse - und diese wollten wir eigentlich für unseren Salat.

Interessant sind die getigerten Raupen des Karmin- oder Jakobsbär, sie lieben das Jakobskreuzkraut, und stattliche Pflanzen verschwinden mit "Stumpf und Stiel". Diese Raupen können sich unbedenklich zeigen, denn kein Vogel, der sie je probiert hat, versucht dies wieder. Leicht giftig durch das Gift in der Pflanze, nicht tödlich, absolut ungenießbar und sieht doch so schön aus.

Beim Spaziergang durch die Dünen kann man schon durch das Flattern der vielen „Buttervögel“ die blühenden Pflanzen erkennen. Minze, Wasserdost, Weidenröschen, Brombeeren, Wiesenschaumkraut, Pastinak, Strandflieder und, und, und. Und natürlich die vielen, vielen Rosen.

 

"Man braucht im Leben nicht nur Freiheit und Sonnenschein", sagte der Schmetterling, "es müssen auch Blumen dabei sein."

 

Bärbel Nannen

Fotos Nannen

 

Die Inselglocke Baltrum 5-2003