Trutz Blanke Hans  

Strandschutzwerke auf Baltrum - Teil IV  

Während des Zweiten Weltkrieges wurden kaum Reparatur-Arbeiten an den Schutzwerken vorgenommen. In dieser Zeit hat es auch kaum nennenswerten Sturmfluten gegeben. Erst zehn Jahre nach den Herbst-Sturmfluten des Jahres 1936 gab es wieder eine größere Sturmflut: So wurden 1946 die Buhnen und die Strandmauer in Mitleidenschaft gezogen. Auch der harte Eis-Winter 1946/47 hat dem Betonbauwerk stark zugesetzt. 1947 stürzte die Steinmauer auf einer Länge von 120 Metern zusammen. 

Später hinterließen die Weihnachtsflut 1954 und die Orkanflut im Februar 1962 die größten Schäden, die jedesmal so schnell wie möglich behoben wurden. 

In dem Zeitabschnitt bis 1963 ergaben sich keine wesentlichen Verbesserungen an unserer Schutzanlage. Die folgende Bild-Dokumentation zeigt jedoch, wieviel Arbeit und Mühe, wieviel körperlicher Einsatz der Arbeiter nötig war, um die Strandschutzwerke stets abwehrbereit zu halten. 

1. Dieses erste Foto aus der Zeit nach dem Krieg zeigt einen Einbruch der Wandelbahn in Höhe der Buhne E im Jahre 1945. 

2. Das westliche Ende des Zusammenbruchs der äußeren Schutzwand. Es wird deutlich, dass die beiden Mauerschichten nicht durch Anker verbunden waren. 

3. Die ersten umfangreichen Reparatur-Arbeiten an der Buhne E, der Berme und der Wandelbahn 1949. Die Sicherung der Berme und der Buhne erfolgte durch Spundbohlen, die mit einer Handramme in den Boden gerammt wurden. 

4. Die einzige Einwandbuhne auf Baltrum. Die mittig gerammte Spundwand wurde durch seitliche, sehr flache Basaltböschungen geschützt, die zur Hälfte zerstört waren. Starker Westwind ließ das Wasser an der Spundwand gewaltig hochschießen. 

5. Bei der Instandsetzung der Buhne E wurde 1949 erstmalig eine Motorpumpe zum Einspülen der Pfähle eingesetzt. Die lange Jahre benutzte Handschwengelpumpe hatte somit endlich ausgedient. Später wurde diese arbeitserleichternde Motorpumpe der Kurverwaltung zum Ein- und Ausspülen der Abgrenzungspfähle der Badebereiche überlassen. 

6. Große, schwere Steinblöcke wurden mittels eines von Hand gezogenen Flaschenzuges, der in einem hölzernen Dreibock aufgehängt war, bewegt; dafür mussten sich 12 bis 15 Männer tüchtig anstrengen. Die Buhnenoberfläche war glatt und glitschig, und die Männer fanden schwer Halt. 

Die Mannschaft des Baltrumer Bauhofes bestand damals aus 20 Arbeitern. Davon gehörte ein Teil zur Insel-Bevölkerung, der andere kam für die Arbeitswoche vom Festland herüber. Letztere waren in einer großen, massiven Baracke auf dem Bauhof am Westkopf untergebracht. Einer von ihnen wurde als Koch abgestellt und hatte für das leibliche Wohl seiner Kollegen zu sorgen und für Ordnung in der Unterkunft. 

7. Umfangreiche Reparatur-Arbeiten am S-Profil 1950. Die obere Betonschicht wurde unter Einbau von stabilen Mauerankern 50 cm dick aufgetragen. 

8. Zerstörung an der Buhne G: Die Steine aus dem westlichen Buhnenfeld sind samt der Buschpackungen weg gespült. Die Stahl-Spundwand ist stark deformiert - die Macht des Wassers ist hier unverkennbar. 

9. Nicht nur das S-Profil im Westen der Insel, sondern auch die Steilwand im Norden musste durch die Firma Freytag repariert werden. Das Foto zeigt das Einschalen eines Bauabschnittes. 

10. Die Firma von der Linde - die im Winter 1996/97 den Baltrumer Hafen saniert hat - hat 1951 ein Teilstück der Wandelbahn instand gesetzt. 

11. Die Vorlage (Berme) zwischen den Buhnen G und H wurde durch Mitarbeiter des Baltrumer Bauhofes des Wasser- und Schifffahrt-Amtes (WSA) nahezu ohne Maschinennutzung instand gesetzt. 

12. Hier die Firma Weber beim Einsatz einer Ramme. 

13. (gibts nicht) 

14. Hochspritzendes Wasser am Steilprofil nach Fertigstellung der zweiten Wandelbahn im Winter 1956 während einer Sturmflut. 

15. Die Auffüllung der hinter der Mauer liegenden Gärten und Dünentäler machte einen umfangreichen Sandtransport erforderlich. Der Sand wurde nördlich des heutigen Kurzentrums entnommen und mit der Feldbahn zur Baustelle befördert. Damit mehrere Feldbahnen gleichzeitig fahren konnten, mussten Ausweich- und mehrere Entladegleise in das Bahnnetz eingebaut werden. 

16. Das Foto zeigt Betonarbeiten an der neuen oberen Wandelbahn. Diese Maßnahme wurde durch den Weihnachtssturm 1954 (vgl. Weihnachtsglocke 1994) erforderlich. Die Arbeiten führte die Firma Wilken aus Norden in den Jahren 1955/56 aus. 

17. Diese drei Fotos stellen den jeweils stark veränderten Ostabschluss der Strandmauer dar: 

1952 war der Strandmauer ein sehr hoher, fast bis zur oberen Mauerkante reichender Strand vorgelagert. Eine hohe Randdüne schützte das Dorf am östlichen Mauerende. Im Mai 1955 war der Strand durch die Sandabtragung Während der Sturmflut im Dezember 1954 wesentlich niedriger. Die verlorene Randdüne war allerdings schon fast wieder gewonnen und mit Strandhafer bepflanzt. Für die Badegäste war eine Holztreppe gebaut worden. 

Die Sturmflut im Dezember 1956 hat wieder zu Schäden an der Randdüne geführt. Auf dem Foto, das im Frühjahr 1957 aufgenommen wurde, ist die Anfang 1955 gebaute Querbuhne wieder erkennbar. 

Fotos: Archiv Schmeding   (werden irgendwann nachgeliefert... :-)

Heino Comien

Die Inselglocke Baltrum, 5-1997 

Die Inselglocke Baltrum