Trutz Blanke Hans  

Strandschutzwerke auf Baltrum V

Die Orkanflut 1962  

Hier folgt nun die Darstellung der Schäden und deren Beseitigung nach der Sturmflut im Februar 1962, über die auch in den Weihnachts-Inselglocken 1992 und 1993 ausführlich berichtet wurde. 

1. Verwüstungen am Westkopf der Strandmauer. 

2. Bekanntermaßen war die Mauer in Höhe des Hauses Rolinck vollkommen durchgebrochen. Die ersten Sicherungsmaßnahmen erfolgten gleich am Tage der Orkanflut. Die Bundeswehrsoldaten halfen sofort und unterstützten die Arbeiter des WSA bei den Sicherungsmaßnahmen. Unter anderem verlegten sie die Feldgleise für den Materialtransport. 

3. Die Randdüne am Ostabschluss war verschwunden. Die Querbuhne wurde instand gesetzt, um zu vermeiden, dass bei weiteren Sturmfluten das Dorf in Gefahr geriet. Außerdem wurden Trümmersteine per Feldbahn von der Baustelle zur zusätzlichen Sicherung herangeschafft und der entstandene Kolk gegen weitere Brandung des Hochwassers geschützt. 

4. Die Durch- bzw. Einbruchgefahr wird deutlich, wenn man erkennt, dass man von der Straße vor dem Rathaus direkt zum Meer schauen konnte! 

5. Bundeswehrsoldaten, Arbeiter des WSA und Mitarbeiter der Gemeinde- und Kurverwaltung bei der Schadensbeseitigung unter Einsatz der hiesigen Kleinplanierraupe. 

6. Mitarbeiter der Firmen Baumann, Norderney, und Neumann, Norden, bei Rammarbeiten am Westkopf im Einsatz mit großen Motorrammen. Der Mauerbereich wurde hier durch viele Spundwände in sichere, überschaubare Einzelkammern abgeteilt. Zur Beobachtung von etwaigen Unterspülungen wurden in die Wandelbahn kleine Kontrollschächte mit Metalldeckeln eingebaut. 

7. Die Baustelleneinrichtung der Firma Hagen, die mit einem Spezial-Beton die äußere Schicht des S-Profils bearbeitet hat. Der Beton hält auch dem aggressiven Seewasser langzeitig stand und bindet schnell ab. Dies ist an dieser Stelle besonders wichtig, weil schon bei jedem normalen Hochwasser das Wasser bis an den Mauerfuß aufläuft. 

8. Dieses Foto zeigt Betonarbeiten im Bereich des Westkopfes, die Rammung der Längsspundwand mit sechs Meter tief reichenden Stahlspundbohlen, und die bereits fertig gerammte Spundwand oberhalb der zweiten Wandelbahn, die dann später mit Beton ummantelt wurde. 

9. a + b: Da der Transport der großen und schweren Baumaschinen und -geräte mit den Baltrumer Schiffen nicht möglich war, half die Bundesmarine beim Übersetzen mit ihren Landungsbooten. Die Anlandung erfolgte an der Landungsbrücke. 

10. Im Norden der Insel wurde die Strandmauer noch vor der Hauptsaison 1962 wieder hergestellt. 

11. Die Abschlussarbeiten der Firma Thun und Hagen: Die Glättung des Betons am S-Profil musste mühsam mittels Polierbrett von Hand vorgenommen werden. Im oberen Bildbereich sieht man die neue Abschlusswand, die über die auf Bild 8. dargestellte Spundwand gebaut wurde, darunter den wiederhergestellten kleinen Wellenbrecher. Die Gesamthöhe der Strandmauer beträgt in diesem Bereich ca. 6 m über MthW (Mittleres Tidehochwasser). 

12. Diese beiden Panoramas zeigen den Baufortschritt innerhalb eines Monats: Auf dem Juli- Bild ist noch deutlich der Trümmerbereich zu sehen, während im August die Betonarbeiten am gesamten Westkopf in vollem Gang sind. Vor Winterbeginn waren diese Arbeiten endgültig abgeschlossen, so dass auch der Westen sturmflutgeschützt war. 

Fotos: Archiv Schmeding  (außer Foto 4.: Archiv KV Baltrum) 

Heino Comien 

Die Inselglocke Baltrum 6-1997

Die Inselglocke Baltrum