In dulci jubilo

 

75 Jahre BK Heim Baltrum  

1929 - 2004

 

So begann es in den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts:

Jungengruppen der Schüler-Bibel-Kreise (kurz BK) kamen auf die Insel Baltrum und zelteten am Ostheller im Schutz einer großen Düne. Schon bald hatten die BKler die Idee, dort ein Ferienheim zu bauen. Es wurde gesammelt und geplant und 1928 mit dem Bau begonnen. Am 16. Juli 1929 wurde das Haus feierlich eingeweiht.

 

 Immer wieder wurde für das BK-Heim gesammelt – viele Reichsmarkgroschen kamen auch 1932 zusammen, um das Haus weiter zu verbessern.

Es kamen Vertreter der Kirchenleitungen aus dem Rheinland und aus Hannover sowie Regierungsvertreter auch aus Berlin. Das Festessen nach Gottesdienst und den vielen Grußworten und Reden fand im Dünenschlösschen statt - das gab es auch damals schon auf Baltrum. Im August kamen dann die ersten Gruppen in das neue BK-Heim, das noch recht einfach war: Man schlief auf Strohsäcken, Petroleumlampen sorgten für Licht. und Wasser wurde mit Handpumpen aus dem Boden geholt.

Um das Haus vor der Beschlagnahmung durch die Nazi-Regierung zu bewahren, wurde es 1938 an Hajo Harms auf Baltrum verkauft - für eine Mark! - mit dem Versprechen, es nach dem "Tausendjährigen Reich" wieder zurück zu geben. Das geschah dann auch schon sieben Jahre später, kurz nach Ende des Krieges. Schon 1946 fuhren wieder die ersten Jungen aus dem Rheinland nach Baltrum.

Das Haus gehört nun dem Nachfolgeverband des BK - der Evangelischen Schüler- und Schülerinnenarbeit im Rheinland e.V. (kurz ESR).

Von 1952 bis 2002 - also 50 Jahre lang - wurde das Haus verwaltet von Johannes Goosses aus Duisburg. Er sorgte dafür, dass es mehrfach umgebaut und erweitert wurde. Jetzt hat es Zimmer mit ein bis sechs Betten und fließendem Wasser, Duschen auf jeder Etage, schöne Gruppenräume - zum Teil mit Blick auf das Wattenmeer. Und natürlich kommen längst Mädchen und Jungen gemeinsam in das BK-Heim zu frohen Freizeiten: See, Sand und Sonne auf Baltrum.

Für sein ehrenamtliches Engagement wurde Johannes Goosses das Bundesverdienstkreuz verliehen. Überreicht wurde ihm dieser hohe Orden im BK-Heim durch Bürgermeister Tjards bei der Übergabe der Verwaltung an Inge Weßler aus Voerde.

Am 28. August 2004 konnte nun Inge Weßler die Baltrumer zu einem Abend der Begegnung am BK-Heim einladen zum 75. Geburtstag des Hauses. Bei Prosecco und rheinischem Altbier gab es viel zu erzählen und herzlich "Danke!" zu sagen für die lange Gastfreundschaft der Insulaner. Ein alter Film und viele Fotos vermittelten einen Eindruck von den ersten Freizeiten im BK-Heim.

Beim Gottesdienst am Sonntag, 29. August, in der Inselkirche wurde auch an die Bewahrung des Jugendheimes durch alle Stürme der Zeiten hindurch gedacht, und Landeskirchenrat Dieter Boge überbrachte die Grüße und den Dank der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Beim Dorffest am gleichen Tag war das BK-Heim erstmals durch einen Stand mit Spielangeboten für Kinder vertreten. Es gab viele nette Preise zu gewinnen, z.B. eine Mütze mit der Aufschrift "Immer gut behütet - 75 Jahre BK- Heim Baltrum" und Taschenlampen mit dem Slogan "Baltrum - hellauf begeistert" Der Erlös des Standes ging an das Projekt der Insel Baltrum, das in diesem Jahr durch das Dorffest gefördert wird.

 

 

Nun hoffen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ESR, dass das BK-Heim noch lange erhalten bleibt für Jugendliche aus dem Rheinland und vielen anderen Bundesländern, die so Baltrum kennen lernen und oft später als Kurgäste wieder auf die Insel kommen, an die sie gute Ferienerinnerungen haben.

 

Kurt Lüngen

Pfarrer i.R., Vorsitzender des Baltrumausschusses der ESR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Inselglocke Baltrum Weihnachtsausgabe - 2004

Mit kleinen Booten kamen die Jungen der Schüler-Bibel-Kreise (kurz BK) aus dem Rheinland in den Sommerferien auf die schöne Insel Baltrum. Die Fähre von Nessmersiel gab es damals noch nicht, und auch noch keinen richtigen Hafen auf Baltrum.

Zuerst wurde in einem großen Zelt geschlafen. Für die Küche gab es nur eine einfache Holzhütte. Dann wurde gesammelt und gespart, bis das Geld reichte für ein richtiges Haus. Im Jahr 1928 / 1929 wurde es erbaut. Und so sah es dann aus, als es im Sommer 1929 fertig war.

Die Schlafsäle hatten über 100 Plätze – damals noch nur für Jungen  

Und so sieht das Haus heute aus (hier beim Besuch des Noch-Bundespräsidenten Johannes Rau im Mai 2004): Mehrfach erweitert, Zimmer mit zwei bis sechs Betten und mit fließendem Wasser, Duschen auf jeder Etage, schöne Gruppenräume – zum Teil mit Ausblick auf das Wattenmeer. Und natürlich kommen jetzt Mädchen und Jungen gemeinsam ins BK-Heim.